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24.07.2010
Steilvorlage nicht genutzt
Das Lambertz Team verliert wie Tabellenführer Düsseldorf mit 2:4. Erste Niederlage seit 3 Jahren.


Der bisher verrückteste Spieltag der Saison endete auch für den TK Kurhaus mit einer bösen Überraschung: Nach der 2:4-Niederlage von Tabellenführer Rochusclub Düsseldorf unterlag das Lambertz-Team mit dem gleichen Ergebnis gegen TK Grün-Weiß Mannheim. „Das Quäntchen Glück hat uns in den entscheidenden Situationen gefehlt und die Mannheimer haben mit sehr viel Herz und Leidenschaft dagegengehalten. Gegen Düsseldorf werden die Karten aber wieder komplett neu gemischt“, richtete Teamchef Alex Legsding den Blick nach der ersten Niederlage seit drei Jahren (am 3.8.2007 gegen Mannheim!) schon wieder nach vorne.
 
Regen, Wolken, Gewitter – die Wetterprognose für das dritte Spiel vor heimischem Publikum war nicht sehr viel versprechend. Trotzdem entschieden sich die Verantwortlichen dazu, die Partie im Kurpark auszutragen und nicht in die Halle umzuziehen. Die Zuschauer ließen sich vom wolkenverhangenen Himmel aber nicht abschrecken, da sie den ersten Einsatz von Wimbledon-Sieger Philipp Petzschner im Kurhaus-Trikot nicht verpassen wollten. Doch auf die ersten Ballwechsel der Lambertz-Nummer 1 mussten sie noch ein wenig warten. 
 
Auf dem Centre Court eröffnete Pablo Cuevas den fünften Spieltag: Der Uruguayer, der in der vergangenen Woche ein traumhaftes Kurhaus-Debüt hingelegt hatte, traf auf seinen südamerikanischen Kollegen Juan Pablo Brzezicki. Mit dem Argentinier hatte sich Jiri Vanek schon im vergangenen Jahr einen harten Kampf geliefert – Cuevas erging es nicht viel besser. Mit präzisen Grundlinienschlägen setzte Brzezicki ihn immer wieder unter Druck. Dem Break zum 1:3 folgte ein weiterer Aufschlagverlust beim Stand von 2:5, so dass der erste Satz an Mannheim ging. Cuevas versuchte sich im zweiten Abschnitt noch einmal in die Partie zurück zu fighten. Doch der Tennis-Roboter aus Argentinien ließ auch im weiteren Verlauf nichts anbrennen. Der zweite Abschnitt endete ebenfalls 2:6. „Das war schon beeindruckend, Brzezicki hat fast keinen Fehler gemacht und war sehr laufstark. Juan Pablo konnte leider nicht an seine tolle Leistung aus dem Spiel gegen Erfurt anknüpfen“, bedauerte der Teamchef.
 
Zu diesem Zeitpunkt war Daniel Brands bereits auf dem besten Weg, den Punktverlust wettzumachen: Im „Express-Tempo“ nahm der 23-Jährige seinem deutschen Kollegen Simon Stadler den ersten Satz ab (6:1). Im zweiten Durchgang wurde der Widerstand des vierten Mannheimer Einzelspielers etwas größer, doch Brands Dominanz wurde nicht entscheidend eingedämmt: 4:2 und 40:15 führte der Kurhaus-Profi, als das Wetter ihm einen Strich durch die Rechnung machte: Blitz und Donner legten sich über den Kurpark. Die dreistündige Unterbrechung warf den Deggendorfer nicht aus dem Konzept, Brands gewann am Ende souverän mit 6:3. Währenddessen hatte der Teamchef herausgefunden: „Düsseldorf liegt 1:3 zurück.“ Der erste Punktverlust des Tabellenführers war somit bereits vor den Doppeln besiegelt.
 
Nach der Fortsetzung der Gala-Vorstellung des Kurhaus-Youngsters griffen auch Philipp Petzschner und Simon Greul zum Schläger. Bei leichtem Nieselregen wartete auf die beiden Aachener ein hartes Stück Arbeit. Alexander Peya nahm Greul gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab, beim Stand von 2:3 gelang dem Stuttgarter das Re-Break. „Bravo, Simon“, lobte Meistertrainer Gideon Hilb seinen Schützling. Doch die Freude über den Ausgleich wehrte nur kurz: Greul gab seinen Aufschlag erneut ab, am Ende ging der erste Satz mit 6:4 an Peya. Auch Philipp Petzschner ließ auf dem Nebenplatz einem frühen Break hinterher. Sichtlich genervt brauchte er lange, um seinen Rhythmus zu finden. Doch Björn Phau nahm den Ausgleich zum 5:5 locker und sicherte sich die entscheidenden nächsten beiden Spiele. Im zweiten Satz war der Spielverlauf ähnlich und das spiegelte sich auch im Ergebnis wider (5:7) – 2:1 für Mannheim.
 
Nun war es an Simon Greul den drohenden Punktverlust vor den Doppeln abzuwenden. Und wie so häufig stellte der Stuttgarter einmal mehr sein großes Kämpferherz unter Beweis: Nachdem er den zweiten Satz souverän mit 6:2 gewonnen hatte, musste der Champions Tie-Break die Entscheidung bringen. Und hier hatte die Nummer 69 der Welt die besseren Nerven: Mit 10:5 setzte sich Greul durch. „Simon hat nicht sonderlich gut gespielt, aber sich einfach sensationell rausgefightet“, urteilte Hilb.
 
2:2 vor den Doppeln – diese Konstellation gab es schon in der Vorwoche, als die Erfurter zwei Mal im Champions-Tie-Break besiegt wurden und das Lambertz-Team am Ende mit 4:2 gewann. Diesmal sollte das Glück jedoch auf Mannheimer Seite sein – obwohl zu Beginn alles nach Plan lief. Pablo Cuevas und Michal Mertinak führten schnell mit 4:1 gegen Peya/Stadler, Petzschner und Brands lagen auf dem Centre Court mit einem Break in Führung. Die schwache erste Aufschlagquote des Aachener Doppels brachte Phau/Brzezicki jedoch ins Spiel zurück. Nach dem Re-Break ging es schließlich in den Tie-Break, indem die Mannheimer sich in einen Rausch spielten und mit 7:3 siegten. Im zweiten Satz entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – wieder mit dem besseren Ende für die Grün-Weißen: Auch der zweite Abschnitt ging im Tie-Break (7:4) an Mannheim. Der erste Punktverlust stand in den späten Abendstunden fest.
 
Da Düsseldorf mit 2:4 in Nürnberg verloren hatte, war selbst die Tabellenführung noch möglich. Doch auch in das Spiel von Cuevas und Mertinak kam nach dem tollen ersten Satz, der 6:3 endete, ein Bruch: Mit teilweise spektakulären Schlägen kämpften sich Peya und Stadler zurück, die Aachener dagegen enttäuschten mit vielen kleinen Flüchtigkeitsfehlern. Abschnitt 2 ging mit 6:4 an Mannheim. Der Champions Tie-Break musste die Entscheidung über Unentschieden oder Niederlage bringen – letzteres trat ein, da Mertinak und Cuevas an den vermeintlich leichten Bällen scheiterten (5:10). „Mannheim hatte heute den besseren Teamspirit. Jeder hat für jeden gekämpft. Das hat uns ein wenig gefehlt. Es ist schade, dass wir die Steilvorlage der Düsseldorfer nicht genutzt haben. Aber das ist leider nicht zu ändern“, bilanzierte Aachens Coach Gideon Hilb. Erfreulichere Nachrichten gab es dagegen aus Hamburg: Mit 6:7, 6:2 und 6:3 kämpfte sich Florian Mayer gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan Carlos Ferrero ins Halbfinale der German Open. Einziger Wehrmutstropfen: Dem Lambertz-Team steht „Flo“ damit am Sonntag im Spitzenspiel beim Rochusclub Düsseldorf nicht zur Verfügung. Das gilt auch für Daniel Brands, der ebenso in den Flieger nach Gstaad stieg, wie die Düsseldorfer Nummer 1 Albert Montanes. „Uns erwarten dennoch viele spannende Spiele am Sonntag im Rochusclub. Und dann ist das Glück vielleicht ja wieder auf unserer Seite“, so Legsding.





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