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18.07.2010
Harter Kampf gegen Erfurt
Zwei Doppelsiege bringen die Entscheidung


Was für eine Spannung und Dramatik im Aachener Kurpark. Bis zum Schluss mussten die Aachener Fans am vierten Spieltag der Tennis-Bundesliga zittern, ehe gleich zweimal der Champions Tie-Break im Doppel den wichtigen Gesamtsieg brachte. Mit 4:2 bezwingt der TK Kurhaus den Erfurter TC Rot-Weiß und liegt nun punktgleich mit Düsseldorf an der Tabellenspitze, da der bisherige Spitzenreiter TC Halle beim Rochusclub eine 2:4-Niederlage einsteckte. Alex Legsding zeigte sich nach Spielende erleichtert: „Ich habe in den letzten Jahren schon einige enge Spiele gesehen, aber dieses Match setzt dem ganzen die Krone auf. Das war heute wirklich ein verrücktes Spiel mit dem glücklicheren Ende für unsere Mannschaft!
 
Zu Beginn des sonnigen Tennis-Tages gab es direkt eine Gala-Vorstellung von Pablo Cuevas zu bestaunen. Der Neuzugang im Kurhaus Lambertz Team ließ seinem Gegner Dominik Hrbaty nicht den Hauch einer Chance. Mit 6:0 und 6:2 fertigte Cuevas den Slovaken kurzerhand ab und markierte den ersten Punkt für die Gastgeber. „Da sieht man mal, dass die Männer aus Uruguay nicht nur gut Fußball, sondern auch gut Tennis spielen können“, freute sich Teamchef Legsding über die Tennis-Demonstration seines Schützlinges.
 
Ein perfekter Start für Aachen war geglückt. Jetzt sollte Jiri Vanek die Führung weiter ausbauen. Der Tscheche war kurzfristig für Philipp Petzschner eingesprungen, da „Petzsche“ im Doppel-Finale beim ATP-Turnier in Stuttgart stand. Zu Beginn der Partie gegen den Österreicher Marco Mirnegg, erwischte Vanek einen schlechten Start und lag nach zwei Breaks schon mit 0:5 hinten. Doch kurz vor dem drohenden Satzverlust drehte der Kurhaus-Profi noch mal richtig auf und kam selbst wieder auf 4:5 heran. Die Chance bei eigenem Aufschlag und fünf Spielbällen auszugleichen, nutzte der Tscheche nicht und so konnte letztlich Mirnegg seinen sage und schreibe 15. Satzball zum 4:6 Satzgewinn einfahren. Auch im zweiten Durchgang war Vanek das Glück nicht hold. Und so ging auch der zweite Satz mit 4:6 verloren. „Jiri hat sich tapfer geschlagen“, munterte Legsding den Verlierer wieder auf, „durch die kurzfristige Nominierung ist er erst sehr spät zu der Mannschaft gestoßen und konnte sich dementsprechend nicht perfekt vorbereiten.“
 
Im dritten Einzel traf Simon Greul auf Ivo Mirnar. Der Stuttgarter zeigte sofort, dass er im Moment in Top-Form ist. Ohne die Nerven der Verantwortlichen zu strapazieren, fegte der Lambertz-Profi seinen Gegner mit 6:2 und 6:1 vom Platz und spielte somit den zweiten Punkt für Aachen ein.
 
Auf dem Centre Court kam es im letzten Einzel des Tages zu einem echten Showdown. Die Aachener Nummer 1 Philipp Kohlschreiber duellierte sich mit der starken Nummer 1 von Erfurt Victor Hanescu. Gleich im ersten Durchgang musste „Kohli“ ein unnötiges Break hinnehmen und sich letztlich mit 3:6 geschlagen geben. Im zweiten Durchgang führte der Augsburger dann aber mit 5:4 und hatte Satzbälle bei eigenem Aufschlag. Doch Hanescu hatte keine Lust auf eine Verlängerung. Der Erfurter drehte den Spieß noch mal um und so ging auch Satz 2 mit 5:7 verloren. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen starken Gegner“, fasste Legsding hinterher den Spielverlauf zusammen. „Leider konnte sich Philipp in den entscheidenden Phasen der Partie nicht durchsetzen.“
 
Zum ersten Mal in dieser Saison ging man also mit einem Remis statt einer Führung in die abschließenden Doppel. Jetzt mussten also noch zwei Siege her, damit es zum Gesamtsieg reichen sollte. Und auch hier waren beide Matches an Brisanz nicht zu unterbieten.
 
Im ersten Doppel kämpften Philipp Kohlschreiber und Simon Greul gegen Victor Hanescu und Dominik Hrbaty. Und gleich der erste Durchgang ging völlig in die Hose. Mit 1:6 verlor das Aachener-Duo den ersten Satz. Doch beide Spieler kämpften sich wieder zurück und erledigten im zweiten Satz ihre Aufgaben. Allerdings konnte man  erst im Tie-Break das starke Gäste-Duo bezwingen. Nun sollte der Champions Tie-Break die Entscheidung bringen. Nachdem Greul und Kohlschreiber schon mit 8:4 in Führung lagen, kamen die Erfurter doch noch mal auf 9:7 heran. Den erlösenden letzten Punkt machten jedoch die Lambertz-Schützlinge und siegten am Ende mit 10:7.
 
Zweites Doppel, aber gleiches Bild einen Platz weiter. Michal Mertinak  spielte mit Pablo Cuevas gegen Cermak und Friedl. In einem schier endlos langen ersten Satz war es wieder das Team aus Erfurt, welches in Führung gehen konnte. 5:7 aus Aachener Sicht. Doch auch hier kam Aachen wieder schnell in die Erfolgsspur und sicherte sich Satz 2 mit 6:2 und anschließend souverän den Champions Tie-Break mit 10:3. Trainer Gideon Hilb war nach dem letzten Punkt für sein Team mehr als glücklich: „Das Doppel von Mertinkak und Cuevas war einfach Weltklasse. Vor allem Pablo hat mich schwer beeindruckt. Er ist ein unglaublicher Teamspieler und hat sich perfekt in unsere Mannschaft eingefügt!“
 
Die Erleichterung nach dem Arbeitssieg war groß und entsprechend positiv fiel das Fazit des Meistertrainers aus: „Wir haben heute hier zwei gleichwertige Mannschaften gesehen. Der Sieg hing sicherlich am „seidenen Faden“. Aber scheinbar haben wir auch in dieser Saison wieder das notwendige Quentchen Glück, das man braucht um oben mitzuspielen.“





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